Das Projekt
Kommunale Wärmeplanung

Wir denken heute schon an morgen – gemeinsam planen wir die Zukunft der Wärme­versorgung

Was ist die Kommunale Wärmeplanung?

Die Kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimafreundlichen und bezahlbaren Energiezukunft. Sie hilft Städten und Gemeinden dabei, systematisch zu planen, wie die Wärmeversorgung vor Ort künftig umweltfreundlich, sicher und bezahlbar gestaltet werden kann. Eigentümerinnen und Eigentümer haben frühzeitig Klarheit und können eigene Entscheidungen treffen.


Der Hintergrund: In vielen Häusern wird heute noch mit Öl oder Erdgas geheizt. Diese fossilen Energien sind nicht nur klimaschädlich, sondern auch teuer und abhängig von weltweiten Krisen. Die Kommunale Wärmeplanung zeigt auf, wie wir vor Ort auf klimafreundliche Lösungen wie Wärmenetze, Wärmepumpen oder die Nutzung von Sonnen- und Erdwärme umsteigen können – Schritt für Schritt und mit einem klaren Plan.

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Kurz gesagt

Die Kommunale Wärmeplanung ist eine echte Chance für lebenswerte Orte, in denen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Versorgungssicherheit Hand in Hand gehen.

Die Vorteile für Bürgerinnen und Bürger:

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Transparenz und Orientierung

Sie erfahren frühzeitig, wie sich die Wärmeversorgung in Ihrer Region entwickelt – und können Ihre eigenen Entscheidungen danach ausrichten.

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Mehr Versorgungssicherheit

Regionale und erneuerbare Energien machen unabhängiger von Energieimporten und Preisschwankungen.


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Klimaschutz vor der Haustür

Die Wärmeplanung hilft, CO₂ zu sparen – direkt in Ihrer Gemeinde.

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Langfristig geringere Kosten

Durch eine gemeinsame Planung können Lösungen entwickelt werden, die für alle wirtschaftlicher sind.

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Faire Beteiligung

Die Kommunale Wärmeplanung wird gemeinsam mit Fachleuten, der Politik und oft auch mit Bürgerbeteiligung entwickelt.

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Regionale Wertschöpfung

Regionale Rohstoffe schaffen regionale Wertschöpfung: Biomasse, Biogas, Abwärme aus regionalen Quellen sorgen ebenso wie Strom aus Mecklenburger Wind- und Solaranlagen für starke regionale Wertschöpfung und fördern somit eine starke regionale Wirtschaft.

Aktuelles aus dem Projekt

Startschuss für die Ämter

Mit den ersten Briefing-Terminen für die beteiligten Ämter ist der Startschuss gefallen. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Kommunalen Wärmeplanung, denn sie...

Akteursbeteiligung

Nach der Datensammlung in den Ämtern beginnt nun die nächste wichtige Phase der Kommunalen Wärmeplanung: die Beteiligung der lokalen Akteure. Unternehmen,...

Nächste Termine

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Gesetzliche Grundlagen der Kommunalen Wärmeplanung

Die Kommunale Wärmeplanung ist seit 2024 gesetzlich geregelt. Grundlage ist das Wärmeplanungsgesetz des Bundes sowie das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es legt fest, dass Städte und Gemeinden in Zukunft systematisch planen müssen, wie die Wärmeversorgung klimafreundlich umgestellt werden kann.

Zunächst geht es darum, die Gemeinden zu analysieren: Wo ist ein Wärmenetz möglich? Welche Ressourcen kann die Gemeinde nutzen? Gibt es neben der Option Wärmenetz die Möglichkeit eines Wasserstoffnetzes? Ist eine dezentrale Wärmeversorgung sinnvoller? Die Antworten auf diese Fragen sollen der Gemeinde und vor allem den Gebäudeeigentümerinnen und Eigentümern helfen, Entscheidungen zu treffen und die Planung der eigenen Wärmeversorgung auf eine fundierte Erhebung zu stellen.

Infografik Wärmeplanungsgesetz

Was steht im Gesetz?

  • Große Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis Mitte 2026 eine kommunale Wärmeplanung vorlegen.
  • Alle anderen Städte und Gemeinden – also jene mit weniger als 100.000 Einwohnern – haben dafür bis Mitte 2028 Zeit.
  • Die Wärmeplanung ist Pflicht, sie schafft jedoch keine unmittelbaren Verpflichtungen für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Sie dient als Orientierung und Entscheidungsgrundlage.
  • Solange eine Heizanlage funktionsfähig ist bzw. repariert werden kann, sind keine Maßnahmen notwendig. Sie hat Bestandsschutz.
  • Das Gesetz schreibt keine bestimmte Heiztechnik vor. Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie, Fernwärme oder, wo sinnvoll, künftig auch Wasserstoff sind möglich. 

Was wird geplant?

Die Kommunen erstellen eine Übersicht:

  • Wie wird heute geheizt?
  • Wo kann klimafreundliche Wärme herkommen?
  • Dabei werden drei Gebietstypen unterschieden:
    • Wärmenetzgebiete – also Bereiche, in denen ein Nah- oder Fernwärmenetz auf- oder ausgebaut werden kann
    • Wasserstoffgebiete – Bereiche, in denen perspektivisch eine Versorgung mit Wasserstoff (z.B. auch über das Gasnetz) sinnvoll sein kann.
    • Dezentrale Einzelversorgung – Gebiete, in denen weder Wärmenetz noch Wasserstoff machbar sind, sodass die Wärmeversorgung vor Ort indirekt durch Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie etc. erfolgt.

Das Ziel: Jede Kommune soll einen Wärmeplan entwickeln, der zeigt, wie die Wärmeversorgung Schritt für Schritt auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann – bis spätestens 2045.

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Warum ist das wichtig?

Die gesetzlichen Vorgaben helfen, die Klimaziele zu erreichen, die Versorgung zu sichern und die Kosten für Bürgerinnen und Bürger langfristig im Blick zu behalten. Gleichzeitig sorgt der Wärmeplan für mehr Planungssicherheit bei allen, die ihr Haus modernisieren oder neu bauen wollen.

Gemeinsam stark für die Wärme der Zukunft

Motivation
Warum 19 Gemeinden aus vier Ämtern ihre Wärmeplanung gemeinsam angehen

Gemeinsam
Wärme hört nicht an der Gemeindegrenze auf
Ressourcen
Wenig Personal, viele Aufgaben – vor allem im ländlichen Raum
Kostenentlastung
Finanzielle Belastung vermeiden – Förderung klug nutzen

Warum 19 Gemeinden aus vier Ämtern ihre Wärmeplanung gemeinsam angehen

Die Kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit – besonders im ländlichen Raum. Doch nicht jede Gemeinde kann diesen Weg allein gehen. In unserem Projekt haben sich daher 19 Gemeinden aus vier Ämtern zusammengetan, um die Wärmeplanung gemeinsam zu erarbeiten.

Diese Zusammenarbeit ist nicht nur praktisch – sie ist klug. Und sie bringt für alle Beteiligten große Vorteile mit sich.

Wärme hört nicht an der Gemeindegrenze auf

Wärmeversorgung lässt sich nicht in starren Grenzen denken. Ein Beispiel: Wenn in einer Gemeinde eine Biogasanlage steht, die potenziell ein ganzes Wohngebiet mitversorgen könnte – aber dieses Wohngebiet liegt in der Nachbargemeinde – dann kann nur eine gemeinsame Planung diese Chance sichtbar und nutzbar machen.

Durch die enge Kooperation über Gemeindegrenzen hinweg entsteht ein größerer Handlungsspielraum. Wärmenetze lassen sich sinnvoller planen, erneuerbare Quellen besser einbinden, regionale Besonderheiten gezielter berücksichtigen. Die gemeinsame Betrachtung ermöglicht also effizientere, wirtschaftlichere und zukunftssichere Lösungen.

Wenig Personal, viele Aufgaben – vor allem im ländlichen Raum

In den beteiligten Gemeinden engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich für ihre Kommune. Die tägliche Verwaltung wird meist durch die Ämter mit hauptamtlicher Leitung übernommen. Doch gerade dort stößt man schnell an Grenzen: Die Anforderungen einer professionellen Wärmeplanung – von technischen Fragen über Bürgerbeteiligung bis zur Fördermittelabwicklung – übersteigen oft die vorhandenen Kapazitäten und das spezialisierte Fachwissen vor Ort.

Durch die gemeinsame Projektstruktur bündeln wir Kräfte und entlasten die Verwaltungen. Externe Fachbüros und Projektleitungen übernehmen zentrale Aufgaben, während die Ämter und Gemeinden gut eingebunden bleiben – ohne überfordert zu werden.

Finanzielle Belastung vermeiden – Förderung klug nutzen

Auch wenn die Kommunale Wärmeplanung gefördert wird: Der Eigenanteil, die Organisation des Verfahrens und die laufende Begleitung sind für viele kleine Gemeinden allein kaum zu stemmen. Gerade deshalb ist das gemeinsame Vorgehen sinnvoll:

  • Die Planungskosten werden aufgeteilt
  • Die Fördermittel können gebündelt und effizient genutzt werden
  • Das Projektmanagement wird zentral koordiniert

So gelingt es, auch mit knappen kommunalen Mitteln eine qualitativ hochwertige Wärmeplanung aufzustellen – und das auf Augenhöhe.

Ein Techniker und ein Hausbesitzer besprechen  Wärmepumpe.

Fazit: Ein gemeinsamer Plan für mehr als nur Energie

Unsere übergreifende Planung zeigt: Zusammenarbeit stärkt den ländlichen Raum. Sie ermöglicht Lösungen, die nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig sind.

Die Kommunale Wärmeplanung wird so zum echten Gemeinschaftsprojekt – getragen von vielen, geplant für alle. Damit jede Gemeinde die Wärmeversorgung der Zukunft mitgestalten kann – ganz unabhängig von ihrer Größe oder Finanzkraft.